Filmdreharbeiten mit Ikarus 280 - 29.09.2009

Fotos und Text: Thomas Laube

Am Dienstag, 29.09.2009 fanden im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) Dreharbeiten mit dem Chemnitzer Ikarus 280 statt. Hintergrund ist eine wahre Begebenheit aus dem Jahre 1983 bei der ein Linienbus auf dem Weg von Karl-Marx-Stadt nach Bad Elster entführt wurde. Der Entführer wollte damit seine Ausreise aus der damaligen DDR in die BRD erzwingen.
Um sein Vorhaben zu untermauern führte er eine USBV (unkonventionelle Brand- oder Sprengvorrichtung), landläufig als selbstgebaute Bombe bezeichnet, mit. Beim späteren Test des Sprengsatzes durch das MfS. stellte sich heraus, dass dieser wirksam gewesen wäre.
Die Fahrt begann am damligen Omnibusbahnhof in Karl-Marx-Stadt und führte über Reichenbach/V. bis nach Elsterberg. Hier wurde der Entführer durch Einsatzkräfte überwunden und festgenommen.
Dies war möglich, da sich im Bus auch zwei Uniformierte der Wacheinheiten des MfS. befanden, welche der Entführer als Nachrichtenübermittler zum Busfahrer einsetzte. Bei einem vom Busfahrer in Reichenbach/V. vorgetäuschten Tankstopp gelang es einem dieser Uniformierten die MfS.-Dienstelle in Reichenbach/V. zu informieren und Einsatzkräfte anzufordern.

 

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Am Vormittag wurden verschiedene Einstellungen am Chemnitzer Omnibusbahnhof gedreht, welcher allerdings damals anders aussah.

 

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Auf der Fahrt dorthin wurden verschiedene Fahrtaufnahmen von außen gemacht. Kurz vor der Abfahrt Reichenbach gab es auf dem Rastplatz Waldkirchen noch einmal kurze Anweisungen vom Regisseur für die Abfahrtsszene von der Autobahn. Diese Szene musste zweimal durchgeführt werden, was die Rückfahrt von Reichenbach nach Zwickau-West erforderte.

 

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Nach der Abfahrt von der Autobahn wurden auf dem Zubringer zur Stadt Reichenbach/V. diverse Fahraufnahmen im Businneren gemacht.

 

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In Reichenbach/V. wurde das Gelände der Firma Kraftverkehr Gerlach GmbH angefahren. Hier fand seinerzeit der oben erwähnte vorgetäuschte Tankstop statt.

 

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Ich wollte eigentlich nur als Begleiter und Rückdrückposten mitfahren sowie einige Aufnahmen fürs Vereinsarchiv machen. Dies kam dem Regisseur sehr gelegen, denn er spannte mich auch gleich als einen der Darsteller ein. Ich kam somit unverhofft zu meinen ersten beiden Filmrollen - einmal als Entführer und zum anderen als einer von zwei Uniformierten im Bus. Die Uniform saß wie angegossen, lediglich fehlende schwarze Schuhe sowie farblich falsche Kragenspiegel und Dienstgradabzeichen runden dass Bild nicht ab. Bei der Uniform handelte sich um eine NVA-Uniform mit weißen Untergrund an den Kragenspiegeln und Dienstgradabzeichen (weißer Untergrund = mot. Schützen, heute wieder als Infanterie bezeichnet). Richtigerweise hätten dunkelrot unterlegte Kragenspiegel und Dienstgradabzeichen vorhanden sein müssen.

 

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In Reichenbach/V. stiegen auch einige der ausfindig gemachten damaligen Businsassen sowie der ehemalige MfS-Mitarbeiter zu, welcher den Entführer seinerzeit im Bus überwältigte und festnahm. In Elsterberg wurden mit diesen Personen verschiedene Interviews aufgenommen.

 

Nach rund 10 Stunden Dreh ging es am Abend über Reichenbach und Zwickau zurück nach Chemnitz. Am Ende wird ein Filmbeitrag von ca. 8 Minuten Länge herauskommen. Gesendet werden soll er vrsl. am Dienstag, dem 6. Oktober 2009 um 20:15 Uhr auf dem MDR im Rahmen der Magazinsendung EXAKT.